Wieso eigentlich Rassekatze?

 

Es kommt immer wieder die Frage auf, weshalb man eine Katze vom Züchter kauft und nicht stattdessen auf eine Katze aus dem Tierheim oder Tierschutz zurück greift.

Für jemanden, der gezielt nach einer bestimmten Rassekatze sucht und vielleicht dazu auch noch bestimmte Vorstellungen von Charakter und Aussehen hat, wird sich diese Frage vielleicht gar nicht stellen.

Für Menschen, die sich auch Gedanken um die armen Notfellchen im Tierschutz oder der Tierhilfe machen, wird sich diese Frage schon öfters stellen.

Oder aber man bekommt diese Frage gestellt, wieso eine Rassekatze und keine andere???

Zumindest wird diese Frage immer wieder einmal präsent sein-obwohl ich damit natürlich nicht sagen oder zum Ausdruck bringen möchte, dass Menschen die sich für Rassekatzen interessieren oder entscheiden keine Menschen sind, die sich keine Gedanken über Tierschutz oder die Katzenproblematik machen!

Ich habe nicht angefangen zu züchten, um die Tierheime voller zu machen, sondern um eine für mich sehr liebenswerte und seltene Rasse in ihrer Art, dem Typ und Charakter zu erhalten und vielleicht auch ein kleines Stück für die Nachwelt zu erhalten.

Ob man das schafft, ist eine andere Sache, aber es nicht versucht zu haben wäre für mich nicht vorstellbar gewesen.

Ich halte nichts davon, die Katzen einfach zu vermehren, damit eine Nachfrage gestillt ist.

Das wäre mir beruflich auch gar nicht möglich, da ich voll berufstätig bin und somit auch der Nachwuchs zumindest versucht wird zu planen.

Ich möchte die Katzen in der Aufzucht nicht sich selbst überlassen und somit kommt man um eine gewisse Planung nicht umhin.

 

 

Noch nie kamen bei uns Katzenwelpen auf die Welt, ohne dass wir der jeweiligen Katzenmutter nicht beiseite gestanden hätten.

Ich bezeichne das "nur mal einen Wurf haben" als verwerflicher und eigentlich indiskutabel. 

Unzählige Rassekatzen werden in verschiedenen Internetplattformen ohne Papiere angeboten.

Bei jungen Rassekatzen, kontrolliert aufgezogen mit allem was dazu gehört, mit Papieren für einen Betrag von 250,- bis 350 Euro, sollte man bereits große Bedenken haben und auch dieses bewusst hinterfragen.

Mir unvorstellbar, wie man dies u. a.  mit den entsprechenden Vor- und Nachsorgeuntersuchungen z. B. hinbekommt.

 

Es gibt Mixe der verschiedensten Rassen für relativ kleines Geld. Der Welpenhandel blüht inzwischen auch bei Katzen und es werden Rassen angeboten, die mit der besagten Katze eigentlich nichts gemein haben.

Oder aber, deren Elterntiere einfach immer wieder und wieder Babys bekommen, bis es vielleicht nicht mehr geht.

Das gibt es nicht nur für Hunde sondern eben bereits auch für Katzen.

 

Das sind dann zum Großteil "Rassekatzen", die ihren Weg ins Tierheim finden. Ebenso  befinden sich in den Tierheimen eine große Anzahl von der Europäisch Kurzhaar-der hier ansässigen "normalen" Hauskatze.

Wenn man manchmal bei Kleingartenanlagen, Einkaufsmärkten usw. darauf achtet, dann wird man oftmals Zettel finden, die einen kleinen ungeplanten Nachwuchs anbieten.

Auf meine Nachfrage, wieso ungeplant, bekam ich mal die Antwort, dass sich das besser anhört. Man impft und kastriert seine Katze nicht. Immer wieder bekommt sie Babys, aber das sei ja nicht schlimm.

Die Babys seien immer wieder weg und wenn sie zu groß sind, dann verschenkt sie sie auch einfach…das ist der typische Kreislauf von der Katzenschwemme.

Viele ungeimpfte und unkastrierte Streunerkatzen und noch die unkastrierten Freigängerkatzen, die eigentlich ein Zuhause haben. (siehe auch Impfung, Entwurmung, Kastration)

Für die Besitzer der Kater nicht weiter erwähnenswert, weil oftmals sind diese Kater dann über die Sommermonate unterwegs.

Im Herbst und Winter werden sie wieder aufgepäppelt und im Frühjahr Sommer geht es wieder on Tour.

 

Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viel Leid durch einen einfachen Eingriff erspart werden könnte!

 

Auch sehe ich die Pflicht in den Gemeinden und Städten, dass eine allgemeine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen vorgesehen wird.

Meinen, man tut hier was artgerechtes wenn man nicht kastriert, ist eine indiskutable Denkweise und absolut fehl am Platz bei den überfüllten Tierheimen und Tierhilfen!

Sich dann einfach hinzustellen und zu sagen, ihr Züchter seit Schuld und das Geld usw. wäre besser bei den anderen Katzen untergebracht, ist der falsche Weg.

Das Miteinander wäre der richtige Weg und ich denke, dass das auch schon oft genug der Fall ist.

Ein gewissenhafter Züchter bereichert den Tierschutz dahingehend, dass er auch Aufklärung betreibt.

Mir selbst tut es immer sehr weh, die kleinen Würmchen und auch die großen Notfellchen im Tierheim zu erleben.

Ich muss dann immer dran denken, mit wie viel Liebe und Aufmerksamkeit unsere Kitten aufwachsen und in ihr neues Zuhause ziehen dürfen und wie sehr es doch manchmal die Unterschiede und Gefälle auf der anderen Seite gibt.

Ich wünsche mir, dass genauso Tiere aus dem Tierschutz ein schönes liebevolles Zuhause auf Lebenszeit finden.

Keine Katze hat es verdient zu einem Wegwerfprodukt zu werden-egal ob Rassekatze oder "normale" Hauskatze.

Da die German Rex sich doch vermehrt bei Allergikern findet, ist es aber auch dahingehend verständlich, dass von diesen Interessenten nicht allzu viele im Tierschutz fündig werden.

Viele meiner Interessenten fördern den Tierschutz oder spenden.

 

 

Das mag nicht allzu viel bewegen, aber es ist immerhin etwas und es zeigt, dass es nicht nur die eine Seite gibt.

Genauso wird von vielen Züchtern mit Rat und Tat beiseite gestanden, wenn mal wieder ein hilfloses Fellknäul aufgefunden wird und fundiertes Wissen gefragt ist.

Ein Tierarzt wird hierdurch natürlich nicht ersetzt.

Nicht nur Katzen werden in ihren Rassen gezüchtet. Es wird in allen Tierarten gezielt gezüchtet.

Wieso werden ausgerechnet die Katzenzüchter dann oftmals als verwerflich hingestellt?

 

Benötige ich einen Hund, der gewisse Vorzüge und Merkmale für bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legt, dann schaue ich auch danach, was der Hund rassebedingt mitbringt.

Wie sonst sollte der Jäger, der Schäfer, die Bundeswehr, die Polizei zum Beispiel ihre Arbeitshunde auswählen?

Hier gibt es nun einmal gezielt gezüchtete Kriterien, die benötigt werden um bestimmte Aufgaben auch erfolgreich erfüllen zu können.

Probleme tauchen oftmals dann auf, wenn diese „Kriterien” dann in die falschen Hände geraten.

Auch hier werden dann Rassehunde mit typischen Problemen im Tierheim zu finden sein.

Das war aber mit Sicherheit nicht der Wunsch eines gewissenhaften Züchters.

Erfolgreiche Spring- und Dressurreiter oder eben auch Westernreiter werden ebenfalls auf Rassepferde zurückgreifen, weil diese eben bestimmte Merkmale  mitbringen die sie für ihren Bereich benötigen…wird hier an den Schlachter gedacht oder an die unzähligen Schlachttransporte die auch auf unseren Autobahnen unterwegs sind und nichts mehr mit einem Miteinander zu tun haben…

 

Eine gezielte gewissenhafte kontrollierte Zucht in allen Bereichen kann eigentlich nichts Schlechtes an sich haben und bereichert dadurch, dass sie eine Artenvielfalt erhält und verfeinert.

Das kann man auf die Pflanzenwelt genauso beziehen wie auf die Tierwelt!

Jeder Mensch ist individuell und hat dadurch seine individuelle Meinung und Vorstellung.

Hier seine passende Katze zu finden, sollte selbstverständlich sein und auch einfach so akzeptiert werden.

Keine Katze ist besser oder schlechter-sie sind einfach liebenswerte kleine Persönlichkeiten mit einem gewissen Sinn für Eigenarten und Schabernack und dem mehr oder weniger kleinen bisschen Wildnis, dass hierdurch in unsere Welt taucht und diese bereichert!

 

 

"Manchmal sitzt er zu deinen Füssen und schaut dich an, mit einem Blick so schmeichelnd und zart, das man überrascht ist über die Tiefe seines Ausdrucks.
Wer kann nur glauben, dass hinter solchen strahlenden Augen keine Seele wohnt!"
Théophile Gautier