Zu Beginn wurde ich oft nach dem Abgabealter gefragt. Ich habe schon gespürt, dass es manchen Interessenten nicht plausibel war, weshalb die Katzen sooo alt abgeben werden.

Sooo alt bedeutet in diesem Fall, frühestens mit 12 Wochen.

Meistens sind die Kätzchen auch schon 13 oder 14 Wochen bei Abgabe.  Idealerweise oder noch besser wären sogar 16 Wochen!

Eine Abgabe vor der 12. Woche würde große Einschnitte im Sozialverhalten bedeuten. Auch für die Gesundheit birgt das große Risiken.

 

Oft werden in verschiedenen Inseraten Kätzchen bereits ab der 6. oder 8. Woche abgeben oder suchen bereits in dem Alter ihr neues Zuhause.

Ein seriöser Züchter wird sich darauf nicht einlassen!

Die Kätzchen sind gerade in diesem Alter besonders putzig. Sie fangen an die Welt zu entdecken und die Kräfte werden gemessen. Sie blicken noch etwas verträumt aus ihren Äuglein und wecken Muttergefühle mit ihrer gewissen Art von Hilflosigkeit.

Sie fangen an selbstständig zu fressen und suchen zum Teil die Katzentoilette auf.

Klar-man könnte meinen sie stehen auf eigenen Beinen. Aber das tun sie  nicht.

Gerade in diesem Alter braucht das Kätzchen immer noch sehr viel Zuwendung und Liebe. Vom Menschen selbstverständlich auch, aber in erster Linie von der Katzenmama und auch die Geschwisterchen sind unersetzlich.

Hier wird das Sozial- und Jagdverhalten ausgeprägt, was für ein späteres Katzenleben wichtig ist!

 

Nur weil ein Kätzchen frisst, bedeutet es auch nicht, dass es nicht mehr bei der Mutter gesäugt wird.

 

Ab der 10. Woche wird es bei mir weniger mit dem Säugen der Kätzchen und es wird nach und nach deutlich weniger.

 

Viele Kätzchen die zu früh getrennt wurden, zeigen Verhaltensauffälligkeiten die der Mensch im Nachhinein als lästig empfindet.

Manche Verhaltensauffälligkeiten sind zu Beginn noch ganz süß und nett. Ist eine Katze jedoch erwachsen und zeigt diese Verhalten immer noch, wird es nicht mehr als süß und nett empfunden.

Ein Kätzchen kann aufgrund von Verlustängsten unheimlich anhänglich werden-genauso kann es sich aber auch ins Gegenteil entwickeln.

 

Viele Probleme mit Unsauberkeit o.ä. kann man auf eine vorzeitige Trennung rückführen.

 

Stress wirkt sich immer negativ auf das Immunsystem der Katze aus. Das bedeutet, dass ein kleines Kätzchen, noch dazu ungeimpft, deutlich anfälliger für Krankheiten ist, wie ein älteres oder größeres Kätzchen.

Wenn man darauf achtet, dass man ein grundimmunisiertes, entwurmtes, gesundes  Kätzchen bekommt, dann ist das defintiv ein guter Start in ein langes Katzenleben...und so ein Kätzchen ist eben nicht 6 oder 8 Wochen alt.

 

Sollten wir einmal für ein Kätzchen kein passendes Zuhause finden, dann bleibt das Kätzchen eben so lange bei uns, bis es das passende Zuhause gefunden hat.

Hier sehe ich es auch nicht so, dass das Kätzchen „übrig geblieben” ist.

Über diesen Schritt waren wir uns sehr schnell einig und es stand immer außer Frage.

Wir züchten im kleinen Rahmen und können es uns deshalb auch leisten, einem Kätzchen über einen längeren Zeitraum ein schönes Zuhause zu geben und müssen es nicht irgendwie irgendwo unterbringen.

Aus diesem Entschluss ergibt es sich aber auch von selbst, dass dann nicht wieder und wieder Nachwuchs kommen kann.

Zum einen wäre es nicht mehr möglich den Tieren gerecht zu werden, zum anderen wäre es als Privatperson nicht mehr zu bewerkstelligen.

 

Das bedeutet für mich eine kontrollierte Zucht.

 

 

 

„Die Katze ist der lebende Beweis, dass nicht alles in der Welt eine Funktion haben muss”
John F. Kennedy