Für mich stellt das Zusammenleben von Hund und Katz eine absolute Bereicherung dar. Ich wollte mich nie für eine Seite entscheiden!

Für mich gab es immer nur ein Miteinander ;-)

 

Meine Hunde waren vor meinen Rexen da. Da es sich bei den Hunden mitunter um recht triebstarke Vertreter der Rasse Hund handelte, hatte ich natürlich etwas Bauchweh.

Aber ich vertraute eben auch auf dieses Bauchgefühl, dass ich es nicht unversucht lassen werde. Ein Hund sollte auf keinen Fall die Katzenhaltung ausschließen.

Mein großer Vorteil war mit Sicherheit meine langjährige private und berufliche Erfahrung in der Hundeausbildung.

Somit konnte ich die Hunde lesen und bestimmte Verhaltensweisen bereits im Vorfeld erkennen. Den Katzen ließ ich im Endeffekt alle Freiheiten.

Hier achtete ich nur darauf, dass die Katzen unbedarft sind, was Hunde angehen. Das bedeutete, dass sie keine Negativerfahrungen mit Hunden gemacht haben sollten.

Das konnte ich bei meinem neuen Familienzuwachs auch ausschließen.

Bei den Hunden konnte ich es mir beruflich bedingt oftmals nicht aussuchen, ob hier z.B. ein starker Jagd- oder Beutetrieb vorliegt. Auch hatte ich keinen Einfluss darauf, ob der Hund bereits jagdliche „Erfolge“ vorzuweisen hatte.

Es dauerte mitunter recht lange, bis ich ausschließen konnte, dass den Katzen durch die Hunde nichts passiert.

Aber wir haben nach dem Motto gehandelt: stetes Wasser höhlt den Stein!

Wir kamen in kleinen Schritten vorwärts und mittlerweile haben die Hunde verstanden, wer zur Familie gehört und wer nicht. Aus diesem Satz ergibt es sich praktisch schon von selbst: Es ist klar, dass die Hunde das Familienmitglied Katze tolerieren, akzeptieren und manche lieben sie sogar. 

Allerdings müssen neue Katzen wieder als neues Familienmitglied akzeptiert werden. Auch fremde Katzen auf der Straße können bzw. werden trotzdem gehetzt oder gejagd.

Mitunter gehen die Hunde nicht mehr so extrem oder rabiat vor, aber es wird oder kann noch vorkommen und man muss daran denken.

Die in der Familie lebenden Hunde und Katzen werden gegenseitig lernen, sich zu verständigen. Die Sprache ist und bleibt unterschiedlich und damit meine ich natürlich nicht das Bellen oder das Miauen, sondern die Körpersprache.

Für uns vielleicht erklärbar damit, dass, wie wenn wir Menschen auf einmal zu süß sauer sagen und das auch meinen, obwohl wir von Kindesbeinen an etwas anderes gelernt und verinnerlicht haben.

Auch die Katzen haben ihre Probleme mit den Hunden.

Was mich faszinierte, dass selbst meine Katzen, die ja dann zwischenzeitlich Hunde kannten, eine ganz klare Rassentrennung vollzogen. Kamen Hunde anderer Rassen zu Besuch, hatten diese es schwerer als die Hunde gleicher, ihnen bereits bekannter Rassen.

Natürlich ist es verständlich, dass Katzen, die bereits angefangen haben die Hundesprache zu erlernen, es immer einfacher damit haben, mit einem Hund vergesellschaftet zu werden und es für sie kein großes Abenteuer mehr darstellt.

Aber auch jedes andere unbedarfte Kätzchen kann vergesellschaftet werden-solange man die notwendige Geduld und Ausdauer mitbringt. Erzwingen lässt sich nichts.

Sie müssen die Katzen agieren lassen, der Hund muss tolerieren. Sprich: er darf z.b. nicht die Katze aufsuchen, sondern umgekehrt.

Man sollte eine Vergesellschaftung damit anfangen, dass der Hund ausgepowert ist und es für ihn kein großes Problem ist, einfach auf seinem Platz zu liegen. Auch kann es sein, dass ein Beißkorb notwendig sein wird. Wenn möglich, ruhig und kein Augenmerk auf das neue Familienmitglied. Er darf zu keinem Zeitpunkt die Katze als Jagd- oder Spielobjekt ansehen.

Wenn sie irgendwann ihre Jagdspielchen selbst durchführen, dann ist das egal. Weil dann sind die Fronten geklärt sind und es ist wirklich nur noch ein Spiel, das nicht in Ernst verfällt.

Die Katzen nehmen von selbst „Kontakt“ auf. Sie verinnerlichen erstmal den Geruch und bestimmte Verhaltensweisen des Hundes und dann wird es interessant.

Meist wird der erste Kontakt zum Hund aufgenommen, wenn er schläft. Auch läuft es dann meist so ab, dass die Katze schnuppert, faucht, vielleicht mit der Pfote auf die Schnauze haut und weg läuft. Hier werden die ersten Grenzen aufgebaut und auch gesteckt.

Der Hund muss lernen, dass er auf das Knurren und Fauchen der Katze Abstand einhält, aber eben keinen Angriff durchführt.

Ich könnte hier noch vieles weiter Schreiben, was aber eindeutig den Rahmen sprengen würde.

Ich bin bei der Vergesellschaftung meiner Katzen mit Hunden gerne behilflich. Man muss natürlich auch einen Unterschied machen zwischen reinen Besuchshunden und Hunden, die in die Familie gehören!

Ich bin bei der Unterstützung darauf angewiesen, dass der Hund einen einigermaßen guten Grundgehorsam vorweist und das die Besitzer eben auch die notwendige Geduld, Ausdauer und Einfühlungsvermögen mitbringen.

Man muss auch jedem Tier eine eigene Ruhezone zur Verfügung stellen. Ob die dann angenommen wird oder nicht, ist eine andere Sache-aber die Möglichkeit sollte bestehen.

Es wird immer einfacher sein, ein kleines Kätzchen zu vergesellschaften, wie eine alte Katze, der auf einmal ein kleiner ungestümer, neugieriger Welpe vor die Nase gesetzt wird.

Hat die Vergesellschaftung stattgefunden und man lebt dieses neue Familiengefühl, dann wird man es auch nicht mehr missen möchten.

Inwieweit die Katzen und Hunde dann miteinander Spielen, Schlafen und gemeinsam Kuscheln, hängt von der jeweiligen Sympathie und dem jeweiligen Wesen ab.

 

 

"Es gibt Menschen, die verändern die Welt kraft ihrer Argumente; eine Katze liegt nur schläfrig herum, und ganz langsam verändert sich die Welt von alleine zu einer Welt voller Gemütlichkeit und Zufriedenheit."

Unbekannter Verfasser